Schon früh interessierte sich Detlef Funder, Jahrgang 1959, für bildende Kunst und Musik. Vorerst legte er den beruflichen Schwerpunkt auf die Musik, arbeitete jedoch ab 2004 schon als freischaffender bildender Künstler und vertiefte 2011-2014 seine Kenntnisse durch das Studium der Malerei/Grafik/ interdisziplinäre Arbeit an der HBK/ fadbk Essen mit Abschluss eines Meisterbriefes bei Prof. Hambrecht. 2017 dann folgte eine Dozentenstelle an der Musik und Kunstschule Monheim.
Die Linie ist von Interesse. Die Linie als schwarze Zeichnung auf Papier, die weniger die Begrenzung denn mehr die Bewegung repräsentiert; als Impuls, der von innen kommend alle Vorüberlegungen beinhaltet und doch spontan das „Jetzt“ wiedergibt. Die Linie, die sich in den Raum erweitert, wie in den Video-Installationen, wo sie mit Rhythmus und Akzentuierung von Musik korrespondiert oder, eingegossen in Kunstharz, wo sie in unterschiedlichen Ebenen die Mehrschichtigkeit der Bildobjekte hervorhebt. Und sich verändert. Im Zusammenspiel mit vital-farbigen Bildflächen erhält die Linie nun eine geometrische Bestimmtheit, die den Bildkörper grafisch strukturiert.
Seit einigen Jahren arbeitet Detlef Funder mit dem Material Kunstharz. Dieses wird in mehreren Lagen auf einen Objektträger gegossen, wobei Lage um Lage bearbeitet wird und den Eindruck von räumlicher Tiefe zu intensiviert. Es geht um den Raum im Werk, die angesprochene 3. Dimension in der Kunst.
In der Werkgruppe der „dreidimensionale Beton-Grafiken“ werden die Harzschichten meist angeraut und mit Kohlestift „bezeichnet“. Klar definierte Formen erweitern sich in den nächsten Ebenen, um sich dann, in einer weiteren Ebene, durch einen erneuten Bewegungsprozess, zu schließen oder über den Bildrand auszudehnen.
In den „A-Series“ (Harzobjekte auf Wabenkarton) verwendet der Künstler die Linie als strukturierendes Element. Sie wird nicht mehr „aus der Hand heraus“ auf den Bildträger gebracht, sondern in Form von Bändern eingearbeitet – in einer der letzten Harzschichten. Hier gliedert sie den, wie emotionale Farberuptionen wirkenden, Bildeindruck. Dieser entsteht, in dem der Künstler, je nach Grundidee, unterschiedliche Pigmente in verschieden viskose Harze einbringt und diese in unterschiedlichen Schichten aufbaut. Der Bildträger besteht dabei aus Wellpappe unterschiedlicher Wellenarten, Dicke und Zusammenstellung. Läuft das Harz mit den Farbpigmenten über die Bildoberfläche hinaus in die seitlichen Wabenstrukturen hinein, findet eine weitere Erweiterung der Bildfläche statt und betont das Objekthafte und Plastische der Arbeiten.